MES-Softwareauswahl unabhängig und strukturiert durchführen
Eine belastbare MES-Softwareauswahl vergleicht Anbieter nicht nur nach Präsentation, Funktionsumfang und Angebotssumme.
Entscheidend ist, wie vollständig Ihre Anforderungen im Standard erfüllt werden, welche Anpassungen notwendig sind, welche einmaligen und laufenden Kosten entstehen und welche Projektrisiken bestehen.
Ich begleite Produktionsunternehmen von der Auswahlreife über Longlist, Ausschreibung und Shortlist bis zu einheitlichen Use Cases, Anbieterpräsentationen, Bestbieterworkshop und bestellfähigem Angebot.
Sie erhalten eine dokumentierte Anbieterbewertung, eine nachvollziehbare Rangfolge und eine belastbare Entscheidungsgrundlage.

Warum sind MES-Anbieter schwer vergleichbar?
MES-Systeme verfolgen ähnliche Ziele, unterscheiden sich aber deutlich in Umsetzung, Standardumfang und Kostenstruktur.
Verglichen werden müssen insbesondere:
- Standardabdeckung und notwendige Anpassungen
- Maschinenanbindung und Schnittstellen
- Datenmodell und Systemarchitektur
- Betriebsmodell und IT-Infrastruktur
- Einführungsstrategie und Projektvorgehen
- Lizenz-, Wartungs- und Dienstleistungskosten
- Branchen- und Prozesserfahrung
- Support und langfristige Betreuung
- Skalierbarkeit und spätere Ausbaustufen
Ohne einheitliche Anforderungen, Mengengerüste und Bewertungskriterien bleiben Anbieterantworten und Angebote nur eingeschränkt vergleichbar.
Welche Grundlagen müssen vor der MES-Anbieteransprache vorliegen?
Bevor MES-Anbieter angefragt werden, müssen die wesentlichen Entscheidungsgrundlagen geklärt sein:
- abgestimmte Projektziele
- wirtschaftlich begründeter Investitionsrahmen
- freigegebenes MES-Lastenheft
- vollständiges Mengengerüst
- priorisierte Anforderungen
- geplante Einführungsstufen
- technische und organisatorische Rahmenbedingungen
- verbindliche Bewertungskriterien
Fehlende oder unklare Grundlagen werden vor der Anbieteransprache geprüft und gezielt ergänzt. So erhalten alle Anbieter dieselben Informationen und können fachlich sowie wirtschaftlich vergleichbar antworten.
Die MES-Budgetplanung klärt Wirtschaftlichkeit und Investitionsrahmen. Das MES-Lastenheft bildet die verbindliche Grundlage für Ausschreibung und Anbieterbewertung.
Wie läuft eine strukturierte MES-Softwareauswahl ab?
1. Auswahlreife prüfen
Zuerst werden Projektziele, Budgetrahmen, Lastenheft, Mengengerüst und Bewertungskriterien geprüft.
Fehlende oder unklare Grundlagen werden vor der Anbieteransprache ergänzt.
Ergebnis:
Das Unternehmen ist fachlich und wirtschaftlich bereit für die MES-Auswahl.
2. Projektspezifische Longlist erstellen
Auf Grundlage von Anforderungen, Branche, Unternehmensgröße, Systemlandschaft und benötigten MES-Modulen werden geeignete Anbieter ermittelt.
Die Longlist umfasst in der Regel etwa 10 bis 15 Anbieter. Vor der Übermittlung vertraulicher Informationen wird der NDA-Prozess durchgeführt.
Ergebnis:
Eine nachvollziehbar begründete Longlist geeigneter MES-Anbieter.
3. Einheitliche Ausschreibung durchführen
Alle Anbieter erhalten dieselben Unterlagen und Vorgaben:
- MES-Lastenheft
- strukturierte Anforderungsliste
- Mengengerüst
- Einführungsstufen
- Vorgaben für Anbieterantworten
- einheitliche Kostenabfrage
Rückfragen werden zentral beantwortet, damit alle Anbieter dieselbe Informationsgrundlage erhalten.
Ergebnis:
Vergleichbare Aussagen zu Erfüllungsgrad, Anpassungsbedarf, Projektvorgehen und Kosten.
4. Anbieterantworten bewerten und Shortlist bilden
Die Anbieterantworten werden in einer Vergleichsmatrix zusammengeführt und nach den vorher festgelegten Kriterien bewertet.
Berücksichtigt werden insbesondere:
- Erfüllungsgrad der Anforderungen
- Standardfunktion oder Anpassung
- fachliche und technische Passung
- Projektvorgehen
- einmalige und laufende Kosten
- erkennbare Risiken
- Anbieter- und Servicequalität
Aus den Ergebnissen entsteht eine Shortlist mit in der Regel drei bis fünf Anbietern.
Ergebnis:
Eine dokumentierte und begründete Shortlist.
5. Einheitliche Use Cases vorbereiten
Die Anbieter der Shortlist erhalten dieselben Use Cases aus den Prozessen und Anforderungen des Unternehmens.
Zusätzlich werden Agenda, Teilnehmer, Zeitrahmen und Bewertungskriterien verbindlich vorgegeben.
Ergebnis:
Einheitliche Rahmenbedingungen für vergleichbare Anbieterpräsentationen.
6. Anbieterpräsentationen bewerten
Die beteiligten Fachbereiche bewerten die Präsentationen unmittelbar anhand derselben Kriterien.
Dokumentiert werden:
- Erfüllung im Standard
- notwendige Konfigurationen oder Anpassungen
- offene fachliche und technische Fragen
- verbindlich zu bestätigende Aussagen
- Risiken für Einführung und Betrieb
Ergebnis:
Vergleichbare Bewertungen und eine nachvollziehbare Rangfolge.
7. Bestbieterworkshop durchführen
Mit dem favorisierten Anbieter werden offene fachliche, technische, organisatorische und wirtschaftliche Punkte geklärt.
Dazu gehören insbesondere Schnittstellen, Anpassungen, Leistungsgrenzen, Verantwortlichkeiten, Termine, Mitwirkungspflichten und Kosten.
Ergebnis:
Ein abgestimmter Leistungsumfang als Grundlage für das finale Angebot.
8. Bestellfähiges Angebot prüfen
Das finale Angebot wird mit Lastenheft, Anbieterantworten und den Ergebnissen des Bestbieterworkshops abgeglichen.
Geprüft werden insbesondere:
- Softwaremodule und Lizenzen
- Dienstleistungen und Projektphasen
- Schnittstellen und Maschinenanbindungen
- Anpassungen und Individualentwicklungen
- einmalige und laufende Kosten
- Termine und Projektplan
- Mitwirkungspflichten
- Schulung, Dokumentation und Support
- offene Punkte und Ausschlüsse
Ergebnis:
Ein fachlich und kaufmännisch geprüftes, bestellfähiges Angebot.
9. Anbieterentscheidung absichern
Alle Bewertungen, Kosten, Risiken und Anbieterzusagen werden in einer Entscheidungsvorlage zusammengeführt.
Das Projektteam trifft die finale Entscheidung auf Grundlage der dokumentierten Ergebnisse.
Ergebnis:
Eine belastbare Anbieterentscheidung und eine klare Grundlage für Bestellung und Vertrag.
Welche Ergebnisse erhalten Sie aus der MES-Softwareauswahl?
Abhängig vom vereinbarten Leistungsumfang erhalten Sie:
- geprüfte Grundlagen und dokumentierte Auswahlreife
- projektspezifische Longlist geeigneter MES-Anbieter
- dokumentierten NDA- und Anbieterstatus
- vollständige und einheitliche Ausschreibungsunterlagen
- vergleichbare Anbieterantworten und Kostenangaben
- Bewertung von Erfüllungsgrad, Standardabdeckung und Anpassungsbedarf
- begründete Shortlist mit drei bis fünf Anbietern
- einheitliche Use Cases und Präsentationsvorgaben
- dokumentierte Bewertungen der Anbieterpräsentationen
- nachvollziehbare Rangfolge der MES-Anbieter
- geklärten Leistungsumfang aus dem Bestbieterworkshop
- fachlich und kaufmännisch geprüftes, bestellfähiges Angebot
- Entscheidungsvorlage für Projektteam, Geschäftsführung und Einkauf
Alle Bewertungen, Kosten, Risiken und Anbieterzusagen bleiben nachvollziehbar dokumentiert.
Ist Ihre laufende MES-Softwareauswahl belastbar?
Auch nach der ersten Anbieteransprache kann ein MES-Auswahlprozess noch unabhängig geprüft und korrigiert werden.
Ich prüfe unter anderem:
- wirtschaftliche Grundlage und Budgetrahmen
- Vollständigkeit und Eindeutigkeit des Lastenheftes
- Vergleichbarkeit der Anbieterantworten
- Standardabdeckung und notwendige Anpassungen
- einmalige und laufende Kosten
- Aussagekraft der Use Cases und Präsentationen
- Nachvollziehbarkeit der Anbieterbewertung
- offene Punkte, Annahmen und Projektrisiken
- Vollständigkeit des favorisierten Angebotes
Sie erhalten eine klare Einschätzung, welche Grundlagen belastbar sind und was vor der Anbieterentscheidung noch ergänzt oder geklärt werden muss.
Welche Erfahrung bringt Peter Schaller in die MES-Softwareauswahl ein?
Für eine belastbare Softwareauswahl müssen nicht nur MES-Funktionen, sondern auch Anbieterstrategien, Lizenzmodelle, Kalkulationen und Angebotsinhalte verstanden werden.
Ich bringe mehr als 35 Jahre Erfahrung in Fertigungs-IT und MES ein. Davon war ich 27 Jahre im MES- und CAQ-Vertrieb tätig. Vier Jahre entwickelte ich selbst Lösungen für BDE, MDE und Auftragsfeinplanung.
Aus mehr als 80 MES-Projekten kenne ich typische Schwachstellen bei Ausschreibungen, Anbieterpräsentationen, Kostenvergleichen und Angeboten.
Diese Erfahrung setze ich heute ausschließlich im Auftrag von Produktionsunternehmen ein. Ich verkaufe keine MES-Software, erhalte keine Anbieterprovisionen und vertrete kein bestimmtes System.
Für welche Unternehmen ist die Begleitung der MES-Softwareauswahl geeignet?
Die Begleitung richtet sich an Produktionsunternehmen im D-A-CH-Raum, die:
- erstmals eine MES-Lösung auswählen,
- ein bestehendes MES ablösen,
- mehrere Werke oder Standorte einbeziehen,
- bereits Anbieter angesprochen oder Angebote erhalten haben,
- Anbieterantworten und Kosten nicht belastbar vergleichen können,
- Präsentationen anhand einheitlicher Use Cases bewerten möchten,
- vor der Entscheidung eine unabhängige Zweitmeinung benötigen,
- ein vollständiges und bestellfähiges Angebot absichern wollen.
Typische Ansprechpartner sind Geschäftsführung, Werksleitung, Produktionsleitung, IT-Leitung, Projektleitung, Einkauf und Controlling.
Wo finden Sie zusätzliches Wissen zur MES-Softwareauswahl?
Die MES-Plattform ergänzt die persönliche Beratung durch anbieterneutrales Fachwissen zur Ausschreibung, Anbieterbewertung, Präsentationsvorbereitung und Angebotsprüfung.
Das Fachwissen zur MES-Softwareauswahl zeigt, wie MES-Anbieter strukturiert verglichen und Entscheidungen nachvollziehbar abgesichert werden.
Das Online-Fachbuch „MES einführen mit System“ erläutert den vollständigen Weg vom Lastenheft über die Anbieterbewertung bis zum bestellfähigen Angebot.
Häufige Fragen zur MES-Softwareauswahl
Die Longlist umfasst in der Regel etwa 10 bis 15 grundsätzlich geeignete MES-Anbieter. Nach der schriftlichen Ausschreibung und Bewertung der Anbieterantworten wird daraus eine Shortlist mit drei bis fünf Anbietern gebildet.
Anbieterpräsentationen zeigen bevorzugt die Stärken der jeweiligen Lösung. Erst einheitliche Use Cases, verbindliche Vorgaben und festgelegte Bewertungskriterien machen die Lösungen und Anbieter vergleichbar.
Alle Anbieter erhalten dieselben Anforderungen, Mengengerüste und Kostenvorgaben. Bewertet werden Erfüllungsgrad, Standardabdeckung, Anpassungsbedarf, Projektvorgehen, einmalige und laufende Kosten sowie erkennbare Risiken.
Geeignete Anbieter werden aus den Anforderungen, Prozessen und Rahmenbedingungen des Unternehmens abgeleitet. Die Entscheidung erfolgt nicht durch eine pauschale Empfehlung, sondern durch einen dokumentierten und anbieterneutralen Vergleich.
Ja. Vorhandene Lastenhefte, Anbieterantworten, Bewertungen, Präsentationen und Angebote können unabhängig geprüft werden. Fehlende oder unklare Grundlagen werden gezielt ergänzt.
Die Auswahl ist erst abgeschlossen, wenn Anforderungen, Anbieterzusagen, Leistungsumfang, Kosten, Termine und Verantwortlichkeiten eindeutig dokumentiert sind und ein fachlich sowie kaufmännisch geprüftes, bestellfähiges Angebot vorliegt.
Wie starten wir mit Ihrer MES-Softwareauswahl?
Im ersten Gespräch klären wir den aktuellen Projektstand, die vorhandenen Grundlagen und den geplanten Auswahlprozess.
Dabei wird deutlich, ob die MES-Softwareauswahl vollständig vorbereitet werden muss oder ob eine unabhängige Prüfung des laufenden Verfahrens ausreicht.
Sie erhalten eine klare Einschätzung zu den nächsten Schritten und zum erforderlichen Leistungsumfang.
